Volkskrankheit Rückenschmerzen

Die Volkskrankheit Rückenschmerzen rangiert derzeit auf Platz 2 der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Lediglich Bluthochdruck wird noch häufiger von Ärzten diagnostiziert. Laut dem DAK-Gesundheitsreport waren im Jahr 2012 Rückenschmerzen der Grund für ein Viertel aller krankheitsbedingten Fehltage. Die entstandenen Kosten für das Gesundheitssystem belaufen sich auf rund 50 Milliarden Euro pro Jahr. Doch was kann man tun, wenn Rückenschmerzen plötzlich akut auftreten? Wie schütze ich mich vor der Gefahr der Chronifizierung? Der folgende Artikel soll Ihnen dabei helfen, Rückenschmerzen einzuordnen, und Ihnen mögliche Therapiemaßnahmen aufzeigen.

Akute, chronische oder episodische Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen werden in der Regel anhand der Dauer kategorisiert. Es ist allerdings auch eine Einteilung anhand der Lokalisation sowie der Schwere und der Spezifizität der Schmerzen möglich. Bis zu einer Dauer von 6 Wochen sprechen Mediziner von akuten Rückenschmerzen. In der Zeit von der 6. – 12. Woche werden die Schmerzen dann als subakut bezeichnet. Akute und subakute Rückenschmerzen stellen eine Schädigung des Körpers dar und sollten als Warnsignal angesehen werden, da für deren Auftreten in der Regel körperliche Ursachen verantwortlich sind. Wie lange die Rückenschmerzen letztendlich sind und wie schmerzhaft sie verlaufen, hängt dann vom Ausmaß der körperlichen Schädigung ab. In den meisten Fällen bessern sich akute Schmerzen bei entsprechender Behandlung relativ schnell. In lediglich 5 – 10% der Fälle kommt es bei dem betroffenen Patienten zu einer Chronifizierung.

Chronische Rückenschmerzen sind laut Definition Schmerzen, die über einen Zeitraum von länger als 12 Wochen oder schubweise an mehr als der Hälfte der Tage im Jahr vorkommen. Sie entstehen, wenn eine ursächliche Behandlung der akuten Rückenschmerzen ausbleibt, fehlschlägt oder nicht möglich ist. Allgemein haben chronische Schmerzen immer eine Tendenz zur Verselbstständigung des Schmerzes. Damit ist gemeint, dass selbst nach erfolgreicher Beseitigung der Ursache die Nervenbahnen und Mechanismen der Schmerzweiterleitung soweit verändert wurden, dass sogar dann noch Schmerzen wahrgenommen werden. Im Gegensatz zu den akuten Rückenschmerzen neigen chronische Schmerzen dazu, sich im Laufe der Zeit zu verschlechtern.

Eine weitere Möglichkeit die Schmerzen im Rücken einzuordnen, besteht anhand der Spezifität der Schmerzausstrahlung. Unspezifische (funktionelle) Rückenschmerzen sind meist auf eine Fehlbelastung im Alltag zurückzuführen. Eine genaue Einzelursache kann hier jedoch nicht gefunden werden. Bei spezifischen (ursächlichen) Rückenschmerzen, ist die Ursache dagegen meist eine Erkrankung der Wirbelsäule oder eine rheumatische Erkrankung. Es kann dabei spezifisch gegen die Krankheit und die Schmerzen vorgegangen werden.

Sinnvolle Therapiemaßnahmen bei Rückenschmerzen

Bei der Behandlung von akuten Rückenschmerzen ist meist die rasche Schmerzlinderung mit medikamentöser Behandlung das primäre Ziel. Dabei können physiotherapeutische Maßnahmen, wieWärmetherapie, manuelle Therapie und Krankengymnastik, ebenfalls unterstützend wirken.

Im Gegensatz zur schnellen Schmerzlinderung bei der Behandlung akuter Rückenschmerzen hat sich bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen die multimodale Therapie bewährt. Dies ist eine interdisziplinäre Therapieform, die auf mehreren Ebenen angreift und mit verschiedenen Maßnahmen aus den Bereichen der Allgemeinmedizin, der Ergotherapie, der Physiotherapie und der Psychotherapie versucht, die Rückenschmerzen erfolgreich zu behandeln. Im Detail umfasst sie:

  • Psychotherapeutische Maßnahmen zur Entspannung und Stressbewältigung
  • Ergotherapeutische Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung
  • Physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik, Massagen oder manuelle Therapie
  • Medikamentöse Behandlung

Leider wird in Deutschland mit steigender Tendenz viel zu häufig bei Rückenschmerzen operativ vorgegangen. Eine Operation kann jedoch nur bei Beschwerden helfen, die eindeutig auf eine Veränderung  der Wirbelsäule zurückzuführen sind. Allerdings sind diese Beschwerden in der Regel sehr selten. Deshalb sollte auch erst nach genauem Abwägen der Vor- und Nachteile sowie einem ausbleibenden Behandlungserfolg durch konservative Therapien über einen Zeitraum von zwei Jahren, eine Operation in Betracht gezogen werden.

Rückenschmerzen: vorbeugen statt therapieren

Um der mitunter schwerfälligen Therapie von Rückenschmerzen zu entgehen, gibt es einige Maßnahmen, die Sie vorbeugend anwenden können. Zunächst einmal ist das mit Abstand effektivste Mittel zur Vorbeugung von Rückenschmerzen Bewegung. Bewegen Sie sich und halten Sie sich dadurch fit. Wie Sie sich bewegen ist prinzipiell egal, wichtig ist nur, dass Sie es tun. Nur bei starken akuten Schmerzen ist eine Schonung im Bett empfohlen. Sobald Sie sich schmerzfrei bewegen können, gilt insbesondere bei akuten, genauso wie bei chronischen Rückenschmerzen die Empfehlung, sich körperlich zu betätigen. Durch ausreichend Bewegung wirken Sie so auch möglichem Übergewicht entgegen, welches wiederum eine Vielzahl der Rückenschmerzen verursacht. Nehmen Sie darüber hinaus an einer Rückenschule, zum richtigen Heben und Tragen von schweren Lasten, teil. In der Regel werden die Kosten von Ihrer Krankenkasse erstattet. Weiterführende Informationen zum Thema Rückenschule finden Sie hier.

Für alle Menschen, die an einem Schreibtisch arbeiten, ist es zudem wichtig, dass Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch einrichten. Vermeiden Sie auf der Arbeit stundenlanges Sitzen ohne Pausen. Stehen Sie nach längerem Sitzen kurz auf. Laufen Sie einige Schritte und führen Sie dabei einige kleine Lockerungsübungen durch.

Gastartikel von Nico Andersson | Thema Volkskrankheit Rückenschmerzen
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